Schmerzensgeld bei Hundebiss


Wer Ober- und Unterkiefer eine Hundes gespürt hat weiß, welche Schäden so ein Hundebiss anrichten kann. Die Frage ist, welche Wiedergutmachung für erlittene Schäden kann ich geltend machen, wie sieht es aus mit “Schmerzensgeld Hundebiss”?

Was genau ist Schmerzensgeld

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Schmerzensgeld hat eine sogenannte Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion. Manche Schäden sind bedauerlicherweise irreparabel und können nur über diese Funktion zu einem gewissen Ausgleich führen. Um so stärker der Schaden, desto höher das Schmerzensgeld.

Welches sind die rechtlichen Voraussetzungen, um Schmerzensgeld wegen eines Hundebisses zu erhalten?
Kein Anspruch ohne Rechtsgrundlage. Geregelt ist das Thema „Schadenersatz“ im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). In § 253 BGB Abs. 2 heißt es: „Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.“

§ 823 BGB zählt auf, welche sogenannten Rechtsgüter verletzt sein können. Ein Hundebiss stellt eine Verletzung des Körpers dar.

In § 833 ist die Tierhalterhaftung geregelt: „Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.“

Wie beantrage ich Schmerzensgeld für den erlittenen Hundebiss?

Schadenersatz sollte sinnvollerweise über einen Rechtsanwalt beantragt werden. Natürlich ist es auch möglich, dies ohne rechtlichen Beistand in die Wege zu leiten. Aber: Ein Anwalt kann besser einschätzen, ob und in welcher Höhe Schadenersatz eingefordert werden kann.

Wie hoch ist der Schadenersatz / das Schmerzensgeld Hundebiss?

Die Höhe des Schmerzensgeld hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da sind u.a. die

Art und Starke der Verletzung

  • Dauer der Verletzung
  • Sind Eingriffe erforderlich, wie viele und welcher Art (Operation pp.)
  • Behandlungslänge
  • Krankenhausaufenthalt erforderlich, Behandlungen ambulanter Art
  • Besteht eine unfallbedingte Erwerbsunfähigkeit (Grad und Zeitraum)
  • Hat der Hundebiss einen Dauerschaden zur Folge
  • Gibt es Einschränkungen, z.B. bei Hobbies, Tätigkeiten und im Freizeitbereich
  • Wie alt war der Verletzte zum Zeitpunkt des Hundebisses
  • Gab es ein (Mit-) Verschuldens des Verletzten

Das Schmerzensgeld Hundebiss kann also immer nur auf den Einzelfall bezogen und mithin individuell berechnet werden.

Beispiel: Das Landgericht Ellwangen hat unter dem Az. 1 S 278/98 einem 6-jährigen Jungen für einen Hundebiss in die Wade ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.400 EUR zugestanden. Der Junge hatte zwei Nächte lang hohes Fieber. Weiterhin wird er eine Narbe als Dauerschaden durch diesen Hundebiss davontragen. Im Urteil heißt es: „Schmerzensgelderhöhend wirkt die mangelnde Aufklärung des Hundehalters über den fehlenden Impfschutz des Dackels, sodass bei dem Kind wegen einer möglichen Infektion mit Tollwut 2 Impfungen vorgenommen wurden.“

Welche Beweise muss ich vorlegen, um Hundebiss Schmerzensgeld zu erlangen?

Es gelten alle anerkannten prozessualen Beweismittel. Sinnvollerweise begibt man sich nach einem erlittenen Hundebiss unverzüglich in ärztliche Behandlung. Vom behandelnden Arzt wird zu gegebener Zeit ein Gutachten erstellt, aus dem die erlittenen Verletzungen durch den Hundebiss genau hervorgehen. Dieses ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Schmerzensgeld, insbesondere die Höhe.

Muss ich Strafanzeige erstatten, um Schmerzensgeld für den erlittenen Hundebiss geltend machen zu können?

Dies ist für ein Schmerzensgeld nicht unabdingbare Voraussetzung. Ihr Rechtsanwalt wird Sie entsprechend beraten. Es sollte aber überlegt werden, Anzeige zumindest bei zuständigen Ordnungsamt zu erstatten. Nach den Gefahrhundegesetzen der Länder sind Hunde, die einen Menschen gebissen habe, in der Regel als gefährliche Hunde im Sinne der Gesetze zu betrachten. Diese Hunde müssen dann ggf. mit einem Maulkorb geführt werden, damit nicht weitere Hundebisse und entsprechende Verletzungen von ihnen ausgehen.

Und während Sie diese Zeilen lesen wird Ihnen klar, wie wichtig es ist, rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und klicken hier:

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